Dauerwelle bei langen Haaren

Zunächst wird die Schuppenschicht des Haares geöffnet beziehungsweise aufgeweicht, damit die Dauerwellflüssigkeit eindringen und die bestehenden Disulfidbrücken des Haares teilweise spalten kann. Anschließend wird das erweichte Haar in seiner neuen Form (der des Wicklers) fixiert. Dies geschieht mit einem Oxidationsmittel (meist Wasserstoffperoxid) und einem Neutralisationsmittel (organische Säuren). Dabei wird Wasserstoff entzogen und Sauerstoff angelagert, wodurch sich die Disulfidbrücken wieder neu bilden können. So weit kurz gefasst der chemische Vorgang bei der Dauerwelle. In der Regel verträgt gesundes Haar diese Prozedur einmal recht gut. Bei wiederholten Behandlungen kommt es jedoch meist zur Schädigung der Haarstruktur. Das Haar verliert dann an Leuchtkraft, Farbe und Glanz. Es ist nicht mehr voll belastbar. Das Haar setzt sich aus drei Schichten zusammen: Die Oberfläche (= Schuppenschicht) besteht aus übereinander greifenden flachen Zellen, die das Haar wie ein Schuppenpanzer schützend umgeben. Sechs bis zehn Zelllagen sind hier durch eine Kittsubstanz verbunden. Die Beschaffenheit dieser transparenten Schicht ist für das Aussehen des Haares von großer Bedeutung. Bei gesunden Haaren liegen die Schüppchen flach an und bilden eine glatte Oberfläche. Das Licht kann gut reflektieren, die Haare glänzen und wirken gesund. Man kann sich das wie einen Tannenzapfen vorstellen, bei dem die Oberfläche noch ganz geschlossen ist. Wird das Haar chemisch behandelt (das geschieht meistens mit alkalischen Laugen), öffnet sich die Schuppenschicht und die Wirkstoffe dringen ins Haar ein. Dabei wird die Schicht beschädigt oder sogar teilweise zerstört. Die Folge ist dann stumpfes, glanzloses Haar.