Spanische Mode

Die spanische Mode hatte sich mehr als jede andere nur an den Fürstenhöfen, beim vermögenden Adel und im wohlhabenden, den Neuerungen aufgeschlossenen Bürgertum durchsetzen können. Der elegante Schnitt verlangte kostbare Stoffe, schwere Seiden und Samte sowie wertvollen Ausputz. Das spanische Kostüm war außerdem in höchstem Maße unbequem. Kurz nach 1600 machten sich daher überall im männlichen Anzug Tendenzen der Auflockerung bemerkbar, die auf niederländische Einflüsse zurückgehen dürften. Dort hatte der Aufstand gegen die spanische Oberherrschaft naturgemäß einen Rückgang fremder Modevorbilder zur Folge. Nach den erbitterten Kämpfen, die das Land zu einem einzigen Schlachtfeld gemacht hatten, ging man zu einem bequemeren und bescheideneren Anzug über.